Beschreibung der Workshops

WS I                                                                                                                                                                     Aktuelle Entwicklungen im Offshore-Windenergie Bereich und die Bedeutung der Arbeitssicherheit für Beschäftigte auf See

Der Anteil der Offshore-Windenergie an der Stromversorgung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Im Jahr 2016 war Deutschland weltweit Spitzenreiter beim Ausbau von Offshore-Windparks und ist damit jetzt insgesamt auf dem zweiten Platz, was die Gesamtkapazität an installierter Leistung angeht. Auch außerhalb von Europa existieren inzwischen ambitionierte Ziele zum Ausbau der Offshore-Windenergie.

Der technische Fortschritt schreitet auch im Bereich der Offshore-Windenergie weiter voran. So werden inzwischen Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 8 MW installiert. Die erste Anlage mit einem Rotorblattdurchmesser von 180 m ist bereits auf dem Markt verfügbar. Der Umgang mit solchen Großbauteilen auf See stellt hohe Anforderungen auch an die Arbeitssicherheit der Beschäftigten in dieser Branche. Bei Arbeitsunfällen oder akuten Erkrankungen spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. Dabei ist die Erreichbarkeit auf den Offshore-Strukturen je nach Wetterlage ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Um die Sicherheit der Mitarbeiter im Offshore-Einsatz zu gewährleisten sind somit geeignete Schutz- und Sicherheitskonzepte erforderlich.

Im Rahmen dieses Workshops soll sowohl ein Überblick über den aktuellen Stand dieser noch jungen und faszinierenden Technologie als auch über die verschiedenen Aspekte der Arbeitssicherheit gegeben werden.


WS II

Maritime Kompetenz im Hafen

Der Titel dieses Workshops beschreibt eine Selbstverständlichkeit und zugleich eine große Notwendigkeit. Bis heute sind in den meisten deutschen Hafenbetrieben und vor allem im breiten Feld des Hafenmanagements- und der Verwaltung Menschen im Einsatz, die über eine seemännische Ausbildung oder anderweitige Erfahrungen aus der Seeschifffahrt verfügen. Dieses Merkmal ist kein Ausdruck „jugendlicher Verfehlungen“ oder „Desorientierung“, sondern es ist in vielen Fällen die Grundlage dafür, dass hafenbezogene Prozesse und Abläufe reibungslos mit den schiffsseitigen Anforderungen und Bedürfnissen verzahnt werden können. Bis heute und sicherlich auch in der Zukunft macht es Sinn, wenn diejenigen, die die Ladung selbst mit modernster Technik in das oder auf das Schiff befördern, eine Idee davon haben, welche Folgen eine Fehlbeladung auf See haben kann. Auch braucht es Erfahrung, um entstandene Schäden zu begutachten, noch mehr aber, um Schäden von vornherein zu vermeiden. Sollte Jemand die Einhaltung von internationalen Regeln überwachen, der diese nur im Lehrbuch nachgeschlagen hat? Kann jemand die Seetüchtigkeit eines Schiffes und seiner Besatzung beurteilen, der selbst nie auf See war? Wie lange würden die Häfen funktionieren, wenn sämtliche frühere Kapitäne, Schiffsoffiziere, Bordingenieure, Schiffselektriker,  Schiffsmechaniker und andere Seeleute morgen nicht zur Arbeit kämen? Über Fragen wie diese diskutieren Sven Stohn vom zentralen deutschen Hafenausbildungsunternehmen ma-co maritimes competenzcentrum, Dr. Stefan Douvier von der Wasserschutzpolizei Bremen, der oder die 2017er Preisträgerin des am Vorabend verliehenen Preises der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt für den besten Ausbildungsbetrieb, Iven Krämer vom Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen und natürlich Sie!


WS III                                                                                                                                                                 Karriere in der maritimen Wirtschaft: Qualifizierungsstrategien und Berufsfelder, Berufseinstieg und alternative Beschäftigungsmöglichkeiten

Die aktuelle Situation in der Schifffahrt macht es jungen Menschen schwer, einen klassischen Karriereeinstieg zu finden. Auf der Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten in der maritimen Branche wird Klaus Küper in seinem Impulsstatement u.a. den Fragen nachgehen „Was unterscheidet die Forschungsschifffahrt von anderen Bereichen der Seefahrt und welche Kompetenzen muss das seefahrende Personal für den Dienst in diesem speziellen Bereich mitbringen?“ oder „Wie sieht der Bordalltag mit seinen Aufgaben in diesem Nischenbereich aus?“ Denise Dede widmet sich dann schwerpunktmäßig nicht den see- sondern den landseitigen Beschäftigungsmöglichkeiten von Nautikerinnen und Nautikern im sicherheitsregulierten Umfeld und geht dabei auf die hierfür mitzubringenden Kompetenzen ein.

Ziel des Workshops ist es, gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitere alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zusammenzutragen und diese zu diskutieren, um am Ende dann einen bunten Strauß an Karrierechancen für junge Menschen präsentieren zu können.


Workshop IV                                                                                                                                           Personalstudie zum Bedarf an technischen Schiffsoffizieren

Die maritime Wirtschaft stellt für die Bundesrepublik Deutschland einen wichtigen Wirtschaftszweig dar und ist von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Eine Grundlage für eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Branche ist die spezielle Ausbildung der Fachkräfte, in diesem Fall Schiffsbetriebstechniker mit Fach- bzw. Hochschulausbildung. Die Analyse zeigt, in welchen Teilbereichen der maritimen Wirtschaft Schiffsbetriebstechniker an Land eine Anstellung finden, in welchem Tätigkeitsbereich der Arbeitsplatz liegt und welche Stellung sie in ihren jeweiligen Unternehmen innehaben.

 Die Grundlage der Analyse bildet eine Befragung. Diese Befragung richtet sich an zwei verschiedene Gruppen, zum einen an die Absolventen der Schiffsbetriebstechnik selbst und zum anderen an Unternehmen der maritimen Wirtschaft. Die Datenerhebung erfolgt durch nach den Gruppen getrennt erstellten Fragebögen. Mit der Auswertung der Daten kann festgestellt werden, dass eine Vielzahl der Absolventen auch an Land ihrem vorher in der aktiven Seefahrt bekannten Arbeitsumfeld, dem Schiff, verbunden bleiben. So finden sie z.B. als Inspektoren in Reedereien Arbeit. Aber auch außerhalb der klassischen Karriere eines Schiffsbetriebstechnikers besteht für andere Unternehmen in der maritimen Wirtschaft Bedarf an diesen Fachkräften. Des Weiteren ist zu erkennen, dass der Schiffsbetriebstechniker mit seinem speziellen Know-how auch in anderen Wirtschaftsbereichen ein gefragter Fachmann ist. In dem Statement wird auf die Entstehung und Verteilung der Fragebögen eingegangen, die erhobenen Daten werden ausgewertet, die Ergebnisse vorgestellt und in einer kurzen Zusammenfassung interpretiert.